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Johann Sebastian Bach für Kinder. CD von Marko SimsaAudio CD von Jumbo Neue MedienAngebote bei Amazon: ab EUR 8,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3833716606, Erscheinungsdatum: Sept. 2006, Auflage: 1., Aufl. |
2 Kundenrezensionen:Bach für kleine Kinder 3 von 5 PunktenMein sohn 12 Jahre war für die CD schon zu groß, ist mehr etwas für kleinere Kinder Gelungen Einführung in die Musik von Bach für Kinder 5 von 5 PunktenMit Gesang und Himmelsklang Johann Sebastian Bach für Kinder ( Audio CD) ISBN-10: 3833716606 Beginnend mit der Musik aus einer Suite von Bach fängt die sehr eingängig und hübsch aufgemachte Gesprächs CD an, in der die Musik von Johann Sebastian Bach Kindern ab etwa 8 Jahren vorgestellt wird. Eingerahmt von einer kleinen Geschichte werden die ersten kleinen und leicht verstehbaren Kompositionen von Bach vorgespielt. Das sind die Suiten, die Musikstücke aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach und Tänze für Instrumente aller Art. Es geht aber weiter mit Violinkonzerten und Orgelstücken, der Anzahl der von Bach komponierten Werke und der Bezeichnung, mit der man die einzelnen Kompositionen einordnet: BWV. Im Gespräch zwischen einem Vater, seiner Tochter und seinem Sohn werden einzelne Instrumente beschrieben und die passenden Stücke darauf vorgespielt. Die Instrumente erklingen zuerst einzeln, dann auch mit Orchester im Zusammenspiel. Angeregt durch die Fragen der Kinder und die Antworten des Vaters bekommen Kinder einen ersten Eindruck von der Geschichte, in der zu Bachs Zeiten musiziert wurde, welchen Familienhintergrund er hatte, wann er gelebt hat, wie seine berufliche Entwicklung verlief und wie sich die Instrumente entwickelt haben. Die ausgewählten Stücke sind besonders eindrucksvoll und auf die Fähigkeiten von Kindern eingestellt. Keines ist zu lang, von allen gibt es einen mehr oder weniger kürzeren Eindruck. Auch das Wohltemperierte Klavier darf da nicht fehlen! Die Gespräche zwischen den beiden Kindern und ihrem Vater sind so lebendig, dass sicher das eine oder andere Kind am liebsten mitreden und Fragen stellen möchte! Wer seinen Kindern eine leichte Einführung in die Musikgeschichte und die Klangfähigkeit einzelner Instrumente und die schöne Musik von Bach ermöglichen will, der sollte zu dieser CD greifen. Sie bietet eine gelungene und wunderschöne Einführung in die alte Musik zu Bach und seiner Zeit! |
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Johann Sebastian Bach von Christoph WolffBroschiert von Fischer (Tb.), FrankfurtAngebote bei Amazon: ab EUR 8,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596167396, Erscheinungsdatum: Sept. 2005, Auflage: 3 |
4 Kundenrezensionen:Super Bach-Biographie 5 von 5 PunktenSuper Bach-Biographie Die Biographie enthält eine große Detailfülle und ist spannend geschrieben, so dass ich sie in kurzer Zeit verschlungen habe. Es geht darin nicht ausschliesslich um J. S. Bach und seine Musik, nebenbei erfährt der Musik-Fan Interessantes mehr wie zum Beispiel Fakten über die damalige Musik-Szene. Oder dies: Ch. Wolff präsentiert uns eine Umrechnungs-Tabelle vom Taler/Gulden in Euro für allerlei Nahrungsmittel und Stundenlöhne für verschiedene Berufe zur damaligen Zeit. Da Aufzeichnungen über Bachs Leben und Werk rar sind, bleibt das Genie geheimnisvoll. Nicht nur seine Biografie weist zahlreiche Lücken auf, auch viele seiner Kompositionen sind in den Wirren der Zeiten verloren gegangen. J. S. Bach, der schon in jungen Jahren berühmt war, begriff sich als Wissenschaftler der Musik, nicht als Handwerker (wie damals üblich.) Seine Kontakte zur Universitäts-Szene waren zahlreich und vielfältig. Ch. Wolffs "Standardwerk³ ist für musikalische Laien nicht so gut geeignet, bestimmte Vorkenntnisse müssen schon sein, wie ich finde. Grundsätzlich kenne ich derzeit keine bessere Bach-Biographie: gut recherchiert, flüssig geschrieben und an keiner Stelle langweilig. Historische Detailfülle 5 von 5 PunktenDiese Biographie ist ganz klar für den fortgeschrittenen Musikinteressierten gedacht, der mit Leben und Werk Bachs und auch - ganz wichtig - mit der damals zeitgenössischen Musik (Stichwort "Kleinmeister") bereits vertraut ist. Die Fülle historischer Details und das Aufräumen mit manchen Legenden lassen sich sonst nicht verdauen. Eine spezielle Nuance stellt der Versuch Wolffs dar, zu belegen, daß Bach sich nicht so sehr als Handwerker in seinem Metier verstanden hätte (was zu seiner Zeit weitverbreitet war), sondern als "Wissenschaftler der Musik". Wolff stellt Bach in die gleiche akademische Reihe wie Newton und Leibniz; Grundlage der Belege sind die zahlreichen Kontakte Bachs zur Universitätsszene. Leider fallen in der Biographie die (wenigen) theoretischen, werkanalytischen Abschnitte recht flach aus. Die Aussagen sind allgemein und floskelhaft, es werden kaum Belege aus Kompositionen erbracht. Ich kann mir dieses Manko nur damit erklären, daß Wolff, der auch viele Essays verfaßt hat, diese analytischen Dinge in einem gesonderten Buch behandeln und sie nicht vorwegnehmen wollte. In diesem Fall wäre eine Kürzung der betreffenden Abschnitte angebracht gewesen, ich habe sie oft nur noch diagonal gelesen. Insgesamt war ich aber sehr gefesselt beim Lesen und habe das Buch verschlungen. Auf jeden Fall ist es ein Muß für Interessierte und hat in meinen Augen das Zeug für ein Standardwerk. Bach pur 5 von 5 PunktenEigentlich wissen wir sehr wenig über J.S.Bach, jedenfalls gemessen an seiner Bedeutung. Diese Biographie ist wohl das Beste, was es zur Zeit gibt. Man kommt an Ch.Wolff nicht vorbei, will man sich mit dem Leben und letztlich auch Werk des berühmten Bach befassen. Der Stil ist sehr flüssig, nie langweilig und das Buch bietet auch für den musikalisch Vorgebildeten gute Analysen der Bachschen Musik. Vollständiger kann eine Bach - Biographie ( leider ) nicht sein. Tolle Bach-Biographie 5 von 5 PunktenEs ist richtig, das Buch enthält eine große Detailfülle, aber ich habe diese Informationen schier aufgesogen; ich fand sie angemessen und interessant beschrieben. Leider liegt Bach's Leben aufgrund fehlender Quellen zum Großteil im Dunkel; genau wie ein Großteil seiner Musik leider³ "verschollen" ist. Aus diesem Grund kommt man Bach nur näher, wenn man weite Vergleiche heranzieht. Als Mensch des 21. Jahrhunderts lässt sich vieles besser verstehen, wenn man z. B. aufgezeigt, wie sich die damalige Musikszene gestaltete, wie sie funktionierte. Allein aufgrund dieser Vergleiche lässt sich ableiten, wie berühmt, angesehen und geachtet J.S. Bach schon zu seiner Zeit war - und das bereits als (sehr) junger Mann!. Sehr informativ: Eine Umrechnungstabelle für Lebensmittel, Stundenlöhne, Gehälter usw. von Taler bzw. Gulden in ?. Natürlich gibt es in dem Buch auch ein paar Abschnitte, die mich nicht so sehr gefesselt haben. Aber das empfinde ich für Biographien im Allgemeinen ganz normal. Ich bin musikalisch nicht sonderlich vorgebildet. Trotzdem konnte ich dem Buch weitestgehend gut folgen. Informationen über "Kontrapunkt", "Fuge" u. ä. fehlen tatsächlich. Das ist schade. Diese Informationen muss man sich halt anderswo besorgen. Alles in Allem kann ich diese Biographie nur wärmstens empfehlen. Ich habe auch Martin Geck's umfassende und empfehlenswerte Bachbiographie gelesen, Christoph Wolff's Buch fand ich persönlich noch eine Spur besser. Am besten liest man beide. |
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Johann Sebastian Bach: Ein musikalisches Bilderbuch von Ernst A. Ekker, Doris EisenburgerGebundene Ausgabe von Betz, WienAngebote bei Amazon: ab EUR 9,01 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3219108105, Erscheinungsdatum: 1999 |
Eine Kundenrezension:Mehr als ein musikalisches Bilderbuch 5 von 5 PunktenKinder mögen Klassik, man muß sie nur damit vertraut machen. Eine Sammlung von kurzen und mitreißenden Musikstücken zum Hören, ein phantasievoll illustriertes Buch zum Sehen und eine packende Geschichte vom Leben und Sterben, besser als jeder Action-Film - und langlebiger. Ich bin überzeugt, daß unser Sohn (jetzt 15 Monate) auch in 15 Jahren noch Freude daran hat. |
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Bach, Johann Sebastian: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten von Martin GeckTaschenbuch von rororoAngebote bei Amazon: ab EUR 5,00 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499506378, Erscheinungsdatum: März 2000, Auflage: 5 |
4 Kundenrezensionen:Kurzbiographie 4 von 5 PunktenDieser kurze Abriß versucht das Werk und die Biographie Bachs zu verschmelzen. Sofern man schon einiges über Bach gelesen hat, stellt dieses Büchlein eine gute Ergänzung dar, die biographischen Daten werden eigentlich lückenlos abgehandelt, aber immer im Zusammenhang mit kurzen und sehr treffenden Werksanalysen. Insgesamt ein gelungenes Beispiel, wie Biographien auch in abgekürzter Form verfasst werden können. Eine musikwissenschaftliche Darstellung 1 von 5 PunktenDer Verfasser geht in diesem Buch hauptsächlich auf das musikalische Schaffen Bachs ein. So werden die Werke Bachs fast schon analysiert. Wer jedoch einen Überblick über dessen Leben bekommen will, ist schlecht beraten. Vielleicht hätte der Autor vorher ein paar Monographien des Verlags lesen sollen. Aus musikwissenschaftlicher Sicht mag das Buch vielleicht gelungen sein (obwohl es da mit Sicherheit einige bessere Darstellungen gibt). Zusammenfassend bin ich als eifriger Leser der Monographien sehr enttäuscht gewesen, und kann das Buch deshalb nur sehr eingeschränkt empfehlen. schwach 1 von 5 PunktenEin Buch, dass man schon nach 30 Seiten wieder weglegen möchte. Das Leben Bachs wird auf eine Art und Weise geschildert, die selbst den interessiertesten Leser schnell ermüden lässt. Eine Ansammlung von Fakten, die einem das Lesen langweilig und schwer macht. Des weiteren befinden sich in diesem Werk einige Fehler. Wer sich für eine gute Bach Biographie interessiert, dem sei Eidams Werk empfohlen. über verwunderliche Variationen, Streitbarkeit und mehr... 5 von 5 PunktenMartin Geck ist ein Spezialist in der Anfertigung von Bach-Biografien, er hat schon umfangreichere Werke zu diesem Thema zu Papier gebracht, hier aber liegt eine preiswerte und dennnoch angenehm inhaltsreiche Darstellung vor. Wer sich amuesieren moechte ueber Anekdoten, wie z.b. Bach sich den untalentierten Schueler Geyersbach mit dem Degen vom Leibe hielt, wie er fremde, unbekannte junge Damen zu sich auf die Orgelempore liesz oder wie er sich des Vorwurfs zu erwehren hatte, er irritiere durch verwunderliche Variationen die Gemeinde - man kommt in diesem Genre auf seine Kosten. Bach war streitbar. Nachdem man ihn wegen zu uebertrieben langer Orgelvorspiele kritisiert hatte, lieferte er frappant kurze. Der Bach-Spezialist Martin Geck liefert uns aber auch hoch ernsthafte Analysen BACHscher Arbeitsweise. Das Motto der Barock-Philosophie "ARS INVENIENDI", die Kunst des Auffindens - der Biograph stellt sie am Exempel J.S. BACH virtuos dar: als die Faehigkeit zur Ueberraschung, die ploetzlich ein einwiegendes Leit- und Leidmotiv des Basso Continuo hoch ueberfliegt; als geniale Strategie, die ein Musiker hat bei der Verteilung von Datenmengen auf eine Zeit-Strecke; als Patchwork-Methode, wenn sie Zufaelliges aneinanderreiht, wenn die Einzelfetzen aber eine Beziehung zueinander erkennen lassen; als Vorfuehrung einer gewissen Grundschnelligkeit im Variieren; als Kraft, mit welcher an Symbole geglaubt wird, ja auch als quasi vordemokratisches Vertrauen darauf, dass verschiedene Stimmen zusammen dennoch ein sehr haltbares Geruest ergeben; als die Erkenntnis der Wichtigkeit des troestend Ritornellen, Wiederkehrenden, dem entgegengesetzt ist das Ermutigende des sich autonom losloesenden Solos, stets vaeterlich getragen von einem soliden Marmorboden mathematisch-kompositorischer Grundaxiome: Martin Geck liefert auf faszinierende Weise verbindende sprachliche Verstehensmuster fuer eine ansonsten monumental allein dastehende Semantik: diejenige BACHscher Musik. |
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Das musikalische Opfer: Johann Sebastian Bach trifft Friedrich den Großen am Abend der Aufklärung von James R. GainesGebundene Ausgabe von EichbornAngebote bei Amazon: ab EUR 21,93 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3821847689, Erscheinungsdatum: Februar 2009, Auflage: 1., Aufl. |
Eine Kundenrezension:Zwei Giganten des barocken Zeitalters 5 von 5 PunktenBach und Friedrich der Große, die beiden in diesem Buch als Gegenspieler dargestellten Genies des 18. Jahrhunderts, begegneten sich 1747 zum ersten Mal. Bach war damals 62 Jahre alt, Friedrich der Große stand in seinem 35. Lebensjahr und war seit 1740 König in Preußen. Beide sind Vertreter unterschiedlicher Geistesrichtungen: Geist und Mythos stehen gegen Aufklärung und Vernunft. Bach verkörperte die überzeugte Religiosität in der Tradition Luthers, die Friedrich der Große überwunden hatte zugunsten einer aufgeklärten und von der Vernunft bestimmten Geisteshaltung. Der Kampf der beiden Prototypen dieser unterschiedlichen Gesinnungen kulminierte in der Aufgabe, die Friedrich der Große Bach übertrug: zu einem vorgegebenen kontrapunktischen Thema eine dreistimmige, später sogar eine sechsstimmige Fuge zu komponieren. Man konnte darin eine fast unerfüllbare Aufgabe sehen, mit der Friedrich der Große den Meister der Komposition in die Knie zwingen wollte. Bach gelang es jedoch mit seiner Komposition, die später als "Musikalisches Opfer " in die Musikgeschichte eingegangen ist, Friedrich den Großen noch zu übertrumpfen. Mit dieser Eingangsthese beginnt Gaines seine Doppelbiographie über Bach und Friedrich den Großen. Letzterer war Zeit seines jungen Lebens Zielscheibe eines zornigen, aufbrausenden und grausamen Vaters, der als launischer und wütender Monarch seine gesamte Umwelt tyrannisierte und schikanierte. Friedrich war als leidenschaftlicher Musikliebhaber und Komponist nicht unbeschadet aus dem demütigenden Verhältnis zu seinem Vater herausgekommen. An dem sehr viel älteren Bach versuchte er in dieser Episode sein gebrochenes Vaterverhältnis zu wiederholen. Bach war der fleißige, biedere, gläubige und bestimmende Patriarch einer großen Familie und ließ sich von dem Monarchen nicht bezwingen. In den folgenden Kapiteln wird noch einmal in einem Abriss auf die preußische Geschichte mit ihrem Vielvölkerstaat und der Kleinstaaterei eingegangen. Luther und die Folgen der Reformation, der Dreißigjährige Krieg, die höfische Lebensart und wechselnde Monarchen, die mehr oder weniger gebildet den Künsten und Geisteswissenschaften entsprechend aufgeschlossen oder ablehnend gegenüber standen, gewähren tiefe Einblicke in die deutsche Vergangenheit. Es bleibt nicht bei den Beschreibungen über das Leben bei Hofe: in ausgedehnten Darlegungen werden musiktheoretische und philosophische Überlegungen zur Kompositionslehre abgehandelt. Parallel dazu wird die Ahnengeschichte der Familie Bach aufgeführt. Die Trauerkantate "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit," BWV 106, die Bach im Alter von 22 Jahren zur Aufführung brachte, zeigt nach Gaines ein Genie, das mit der h-Moll Messe, der Matthäus Passion und vielen anderen seiner berühmten Werke seine Krönung erfährt. Mit der Gegenüberstellung des frommen musikalischen Genies von Bach und des ebenfalls begabten aber störrischen, aufgeklärten und klugen König Friederich des Großen umfasst die Doppelbiographie beider Männer ein umfangreiches Kapitel deutscher Geistes - und Herrschaftsgeschichte. Neben den theoretischen Details aus Geschichte und Musik sind es wissenswerte Erkenntnisse über die Charakterentwicklung von Friedrich dem Großen, die man mit Faszination und Staunen zur Kenntnis nimmt. Gaines schreibt in einem wunderbar lockeren, leichten und eingängigen Stil, so dass man sofort mitten im Leben der damaligen Zeit ist. Die Fülle des Materials auf nur 350 Seiten mit einem ausführlichen Anhang und Quellennachweis ist überwältigend. Geistesleben und politisches Leben bedingen einander. Macht, Moral, Herrschaft, Kunst, Philosophie und Forschung sind hier in ihrem Zusammenspiel überzeugend dargelegt. Die äußere Aufmachung des Titels ist stilgerecht und kostbar. Das Buch ist in der Reihe Die Andere Bibliothek bei Eichborn erschienen und bietet neben dem komplexen Inhalt eine Rarität für Liebhaber bibliophiler Ausgaben. |
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Bach: Leben und Werk von Martin GeckTaschenbuch von rororoAngebote bei Amazon: ab EUR 7,49 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499611716, Erscheinungsdatum: August 2001, Auflage: 2 |
4 Kundenrezensionen:Einspruch 3 von 5 PunktenLeider kann ich nicht ein derart ungeteiltes Lob für Martin Gecks "Bach"-Buch aussprechen wie die Vorrezensenten, da mich doch einige Eigenheiten des Buches irritiert haben. Zunächst einmal ist die Sprache alles andere als angenehm zu lesen, da sie sich gerne in hypertrophen Fachtermini verliert, die zudem nicht einmal näher erläutert werden. Es wimmelt nur so von Ausdrücken wie "Topos", "Mythos", "sinnstiftender Logos" und dergleichen mehr. Gegen Gecks Ansatz, sich vor allem Bachs Werk und weniger seinem Leben (das allerdings auf 300 Seiten detailreich geschildert wird) zu widmen, habe ich nichts einzuwenden, allerdings war ich doch einigermaßen von den Werkbesprechungen enttäuscht. Denn diese bewegen sich auf einem intermediären Niveau und sind eigentlich "weder Fisch noch Fleisch". Martin Geck setzt einerseits als gegeben voraus, dass der Leser mit Ausdrücken wie "Ripieno" etc.. und barocken Kompositionsmodellen wie der vielfach erwähnten "vivaldischen Konzertform" vertraut ist. Somit wendet er sich bereits an den musikgebildeten Laien. Andererseits aber gibt es keine einzige Besprechung, die wirklich tief in die Materie eindringt und ein gegebenes Musikstück, wie etwa eine der Orgelfugen oder eine der Fugen des WTC, durchgehend analysiert (ein einziges Notenbeispiel zur Veranschaulichung ist sicher nicht genug). Weiters sind Gecks häufige Vergleiche der Werke Bachs mit denen Beethovens meiner Meinung nach völlig unangebracht. Denn wenn man bei der Besprechung der Brandenburgischen Konzerte mehr an Beethovens Fünfte denkt denn beispielsweise an Zelenkas, übrigens ganz vortrefflich kontrapunktisch gearbeitete, Instrumentalmusik, dann drängt sich einem der Verdacht auf, es könne sich hierbei um ein Beispiel des alten deutschen Titanenkults handeln, der am liebsten eine direkte (aber völlig unplausible) Achse zwischen Bach, Beethoven und Wagner/Brahms sehen würde. Ähnliches gilt auch für Gecks Besprechung der h-moll Messe: die ca. um die selbe Zeit entstandenen letzten drei Messen Zelenkas, die ebenfalls ein Beispiel für den "stylo mixto" (also der Kombination galanter und altherhergebrachter Stilelemente) darstellen, werden mit keinem Wort erwähnt - dafür natürlich die "Missa solemnis". Zelenka lebte übrigens nur wenige Kilometer von Bach entfernt in Dresden und war mit diesem persönlich bekannt. Auf der "Haben-Seite" gibt es natürlich auch viel gutes zu erwähnen: Martin Geck schildert Bachs Leben und Werk umfassend ohne mit seinen privaten moralischen oder ästethischen Ansichten den Leser in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen. Begriffe wie "schön", "gut", die sich einer objektiven Analyse entziehen sind sehr sparsam angewandt. Weiters ist die Fülle an Material, auf die sich Geck beruft, durchaus beeindruckend und zeugt von einer tiefen Durchdringung des Themas. Bei einer neuen Auflage des Buches würde ich mir trotzdem wünschen, es gäbe eine grundsätzliche Einführung in die damals gültigen Kompositionsmodelle, um Bachs Eigenheiten bzw. Eigenwilligkeiten deutlicher hervortreten zu lassen. Bach-Kompendium und Standardwerk 5 von 5 PunktenMartin Geck, Professor für Musikwissenschaft an der Uni Dortmund und bekennender Christ, hat sich im Verlauf von vielen Jahren intensiv mit Johann Sebastian Bach und dessen musikalischem Schaffen befasst, davon zeugen viele Bücher und Schriften zum Thema. Im Jahr 2000 legte er "Bach: Leben und Werk" vor, ein 800-seitiger Schmöker, den man durchaus als Kompendium der Bach-Wissenschaft schlechthin auffassen kann. Es geht hier um weit mehr als eine Biographie oder um einen Abriss eines Musikerlebens. Hier findet sich vielmehr praktisch alles, was der Musikstudent, der Kirchenmusiker, der Chorleiter, der Organist und der Bach-Liebhaber über diesen alles überragenden Komponisten wissen muss. Über tausend Fußnoten mit Quellenhinweisen sowie unglaubliche 32 kleingedruckte Seiten Literaturverzeichnis zeugen vom unbändigen Forschungsdrang und vom ungeheuer breiten Wissen des Autors. Inhaltlich ist das Buch in fünf Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil, "Prolegomena" überschrieben, fasst Geck die bisherige Bach-Forschung zusammen. Er geht dabei insbesondere auf die Leistung seiner großen Vorgänger Forkel, Spitta und Schweitzer ein und erläutert zudem kurz die Überlieferungsgeschichte der Hauptwerke Bachs. Im zweiten, etwa 250 Seiten umfassenden Teil liefert Geck eine äußerst gründliche, zugleich jedoch spannend geschriebene Biographie Bachs nach seinen Lebensstationen. Die Entstehung der Werke wird dabei sehr geschickt in den biographischen Rahmen eingefügt. Gecks flüssiger, stets äußerst sachlicher und dennoch ansprechender Stil sorgt dafür, dass man als Leser ob der Unmenge an Fakten und Zitaten nicht ermüdet, sondern das Buch vielmehr kaum aus der Hand legen kann. Im dritten Teil bietet Geck eine musikwissenschaftliche Analyse der Vokalwerke Bachs; hier und im folgenden vierten Teil gibt es viele in den Text eingefügte Notenbeispiele. Besprochen werden ausgewählte Kantaten, die Passionen, das Weihnachtsoratorium, das "Magnificat" und Bachs Messen und Motetten. Die Fülle an Informationen und Anregungen, die man hier vorfindet, könnte einen tatsächlich bei einer durchgehenden Lektüre "erschlagen"; ich denke, von hier an handelt es sich eher um ein Nachschlagewerk. Oder man legt sich jeweils eine CD mit dem entsprechenden Werk auf und versucht, Gecks Ausführungen hörend nachzuvollziehen. Das gleiche gilt für den vierten Teil mit Werkanalysen des Instrumentalschaffens. Das Buch schließt mit fünf verhältnismäßig kurzen Aufsätzen mit abschließenden Betrachtungen zu Bach als Künstler, als Rhetoriker und als Christ. Dieses Buch dürfte über Jahre hinaus den Status eines musikwissenschaftlichen Standardwerks genießen. Es ist dem Verlag zu danken, dass es mittlerweile in einer preiswerten Taschenbuch-Auflage erschienen ist. Bach-Schatztruhe 5 von 5 PunktenDieses Buch ist eine Schatztruhe für jeden, der sich intensiver mit Bachs Leben und Werk auseinander setzen will. Kenntnisreich und detailliert erzählt der Musikologe Martin Geck im 1. Buch vom Leben Johann Sebastian Bachs. Dieses bekommt lebendige Konturen, etwa wenn Geck die Mühlhausener Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit des ?Feuerkopfes Bach" schildert oder den oft mühseligen Alltag der Kantorenfamilie in Leipzig darstellt. Der eigentliche Gewinn des Buches ist jedoch im 2. und 3. Buch zu finden, in denen Geck Bachs Vokal- und Instrumentalmusik schildert. Wann hat man je so Kluges über Bachs Leipziger Kantatenzyklen gelesen? Wo wurde man je so universal in Bachs Passionen eingeführt? Wo steht ähnlich Anregendes zu Bachs Instrumentalmusik? Diese Kapitel eignen sich nicht nur zur geordneten Lektüre; man wird dieses Buch zukünftig auch vor jedem Konzertbesuch mit Bachscher Musik zu Rate ziehen - ein echter Hausschatz eben. ein Buch, am besten mit Kopfhören zu genießen ... 5 von 5 PunktenDieses Buch ist eine Bach-Bibel - nicht nur wegen des Umfanges (797 Seiten), der Komplettheit der Sammlung (allein die Personenregister, Literatur-Listen, Werkregister, Anmerkungen!) - dieses Buch ist auch wie eine Bibel, weil es das Resümee eines ganzen, auf Bach konzentrierten Forscherlebens darstellt. Nicht umsonst ist die kleinere bei Rowohlt erschienene Bach-Biographie von Martin Geck bereits in 12 Sprachen übersetzt: Prof. Geck ist einer der renommiertesten Bach-Forscher der Gegenwart, und sein 797-Seiten-Epos wird zum Beispiel in Japan als kostbare bibliophile, vierbändige Ausgabe präsentiert. Das Buch stellt aber nicht nur eine immense Odyssee durch das Bachsche Schaffen dar, sondern ist zugleich ein Beispiel moderner, furchtloser Wissenschaft, die weder Vernetzungen und Querverbindungen aller Art (Theologie, Philosophie, bildende Kunst, Psychologie) noch ein individuell mutiges Schreiben scheut. Das ist wohl auch der Grund, wieso diese Herkules-Arbeit auch einen Literaturpreis erhielt und für den amerikanischen Markt eine Übersetzerin gewonnen wurde, die bereits Günter Grass erfolgreich übertrug. Martin Geck, dem zuweilen "beflügelter Protestantismus mit unverkennbarer Achtundsechziger-Einfärbung" von knurrigen Feuilletonisten bescheinigt wird, hat halt neben Musikwissenschaft nicht umsonst gleichzeitig Theologie und Philosophie studiert: Man wird mit Bach nicht sympathisieren können, wenn man nicht in beiden Lagern wenigstens einmal nachgeschaut hat: in dem der höchst nüchternen musikologischen, fast mit mathematischer Präzision vorgehenden Wissenschaft einerseits und andererseits in jenem mehr inspirativ vorgehenden religiös-orientierten Lager, das vielleicht mit "frommer Gelehrsamkeit" umschrieben ist, eine Gelehrsamkeit, die sich dann immerhin hineinversetzen kann in jenen schwedischen Erzbischof Nathan Söderblom, der die "Matthäuspassion" wie ein "fünftes Evangelium" erlebt haben wollte. Eine Diskussion dieses Buches auf Augenhöhe mit seinem Verfasser dürfte schwer sein, lassen wir das, lehnen wir uns zurück und genießen wir einfach das Zusammengetragene - am besten parallel zu den besprochenen Werken in Ruhepose neben unserem CD-Player und mit übergestülpten Kopfhörern!!! |
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Johann Sebastian Bach von Albert SchweitzerGebundene Ausgabe von Breitkopf & HärtelAngebote bei Amazon: ab EUR 9,98 ISBN: 376510034X, Erscheinungsdatum: 1979, Auflage: 10., Aufl. |
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Der Komponist: Wie Johann Sebastian Bach das Evangelium in Musik verwandelte von Georg SchwikartBroschiert von Wichern-VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 9,74 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3889812554, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1., Aufl. |
Eine Kundenrezension:Kleines Buch für Bach-Liebhaber 5 von 5 PunktenMan merkt, wie sehr der Autor Bach liebt und es macht Spaß, ihm dabei zu folgen. Sehr gut zu lesen, auf etwas mehr als 100 Seiten wird Bachs Leben interessant und mit Kenntnis beschrieben. Sehr geeignet als Einstieg! |
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KLASSIK RADIO präsentiert: Bedeutende Personen der Weltgeschichte: Peter der Große / Johann Sebastian Bach / Friedrich der Große / Maria TheresiaAudio CD von audio media verlag GmbHAngebote bei Amazon: ab EUR 9,99 ISBN: 3868041427, Erscheinungsdatum: Sept. 2010, Auflage: 1 |
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Auf den Spuren der Cello-Suiten: Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich von Eric SiblinGebundene Ausgabe von IrisianaAngebote bei Amazon: ab EUR 15,50 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 342415041X, Erscheinungsdatum: März 2010 |
3 Kundenrezensionen:"Entdeckung liegt in der Luft" 4 von 5 PunktenDas Prélude: "Die ersten Takte entfalten sich mit einer erzählerischen Kraft eines meisterlichen Improvisator. Eine Reise hat begonnen... Die dunklen Klänge der Streicher tragen uns zurück in das 18. Jahrhundert. Die Klangwelt ist fröhlich. Die Eleganz jugendlich. Entdeckung liegt in der Luft." So liest sich der Anfang der "Reise", die der kanadische Journalist und Popmusik-Kritker, mit vielen Auszeichnungen bedacht, durch die Welt der Bach'schen Cello-Suiten unternommen hat. Für ihn eine ideale Begegnung mit einer barocken Musik, aus der er Volksmusik ebenso herauszuhören glaubt wie postmodernen Minimalismus, wie spirituelle Klagen und Heavy-Metal-Riffs, mittelalterliche Jigs und Filmusik aus Agententhrillern. Siblin hat die Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach erst einmal hörend für sich entdeckt. Daraus ist eine Leidenschaft geworden, der er fortan forschend und schreibend frönt. Das Ergebnis ist - soviel sei vorweggenommen - ist das spannende Buch "Auf den Spuren der Cello-Suiten - Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich". Wenn auch dieses "...und ich" im Untertitel etwas manieriert wirkt (im Original lautet der Titel "The Cello-Suites. J. S. Bach, Pablo Casals and the search for a baroque masterpiece"): dem Lesevergnügen tut es keinen Abbruch. Ein Lesevergnügen - allein deshalb, weil es dem Autor auf hervorragende Weise gelingt, eigene (Hör-)Erfahrungen und -Erlebnisse mit den Cello-Suiten in Beziehung zu setzen zur Entstehung der Suiten und einer musiktheoretischen Auseiandersetzung sowie zu den Biografien des Johann Sebastian Bach und des großen Pablo Casals. Von alle dem erzählt Eric Siblin sehr engagiert und leidenschaftlich, aber auch sehr kenntnisreich. Das Buch ist analog zu den Bach'schen Suiten aufgebaut - also sechs Suiten gleich sechs Kapitel mit den jeweiligen Untertiteln von Prélude über Allemande, Sarabande und so weiter - Bachkenner und Suitenliebhaber kennen sich da ohnehin aus. Siblin beschreibt die Suiten so: "Bach beschloss, jede Suite mit einem Prélude zu beginnen, einer dramatischen Einleitung... Bachs Prélude sind virtuose Eröffnungen... Sie beginnen verhalten und entfalten sich, schwingen sich zu schwindelerregenden Höhen auf, verharren und stürzen herab." Auf die Tänze, die sogenannten Galanteriesätze wie Menuett und Bourrée und Gavotte, bezogen schreibt er: "In diesen Tänzen herrscht ein Melodienreichtum, der sie oft zu den einprägsamsten Teilen macht. Sie haben Schwung in ihren Schritten, ein fröhliches Hüpfen, besonders, weil sie direkt nach der schwermütigen Sarabande erklingen." Oder über Sarabande, Bourrée, und Gigue der 1. Suite: "... die fetten Doppelpausen der Sarabande, der fröhliche Scheunentanz der Bourrée und die richtiggehenden Rockgitarrenriffs der Gigue, die Lord Zeppelin sicher alle Ehre gemacht hätten...". Immer wieder, das ganze Buch hindurch, findet Siblin Formulierungen dieser Art, um die Suiten zu charakterisieren. Das ist sicher sehr subjektiv empfunden, aber interessant in der Beurteilung hinsichtlich der eigenen Erfahrungen, die jeder Leser beim Hören der Cello-Suiten machen wird. Was vielleicht neu und bisher nicht so präsent ist: Die Entstehungsgeschichte der Cello-Suiten und ihre Rezeption durch die Zeit. Eine unendliche Geschichte über drei Jahrhunderte hinweg, auf deren Spur sich Eric Siblin macht. Eine Geschichte voller Intrigen, voller Leidenschaft und Rätsel. Aus alle dem ergibt sich ein Dreiklang aus den verlorenen Bach'schen Handschriften der Suiten im 18. Jahrhundert und sozusagen ihrer "Wiederentdeckung" zu Ende des 19. Jahrhunderts durch keinen geringeren als Pablo Casals, dessen geniale Einspielung der Suiten bis heute - trotz großer Namen wie Yo Yo Ma, Mischa Maisky, Rostropowitsch und anderer - unvergleichlich ist, und dem Spaziergang Erc Siblins durch die Welt der Klassik. So begleiten wir den Autor und indirekt auch Pablo Casals durch die alten Gassen von Barcelona, durch belgische Herrenhäuser und durch die Konzertsäle der Welt - immer auf den Spuren der Cello-Suiten und ihrer musikalischen Klangwerdung durch den großen Virtuosen. Ein ungewöhnliches, interessantes und wenn man so will schönes Buch - geschrieben mit der "erzählerischen Kraft eines meisterlichen Improvisators"; mit Vergnügen zu lesen - und eine wunderbare Anregung, die Cello-Suiten (wieder) zu hören. Licht und Schatten 2 von 5 PunktenVorweg: ich bin - leider - weder ausgebildeter Musiker, noch habe ich Musikwissenschaften oder verwandte Gebiet systematisch studiert. Mir fehlen deshalb viele grundsätzliche theoretische Kenntnisse. Andererseite bin ich ein großer Bewunderer und Liebhaber der Violoncello - Suiten von J.S. Bach und sammle sie seit etlicher Zeit in allen möglichen Varianten. Einen Tag, ohne zumindest ein Suite anzuhören, geht gar nicht; oft sind es mehrere und wenn ich Zeit habe auch gerne den ganzen Zyklus hintereinander weg. Und obwohl ich sie schon so oft gehört habe, haben sie für mich nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Natürlich hatte ich mich - als im vergangenen Jahr die erste Vorankündigung erschien - auf das Buch von Eric Siblin sehr gefreut und viele neue Gedanken zu der Entstehungsgeschichte, der Stellung in Bachs Gesamtwerk und vor allem zur heutigen Aufführungspraxis erwartet. Nach der ersten Lektüre hinterläßt das Buch bei mir leider einen sehr zwispältigen Eindruck. Positiv zu vermerken ist Siblins Bemühen, diese sperrigen Werke einem großen Publikum nahezubringen. Dafür gebührt ihm Anerkennung und Respekt. Auch wenn ein wenig unklar bleibt, worin nun für ihn die besondere Bedeutung gerade dieser Stücke beruht - Bach hat ja auch weitere Solostücke für verschiedenen Instrumente geschrieben, die einen durchaus vergleichbaren Stellenwert haben. Dass es "sorgfältig recherchiert" sein soll, bezweifle ich. Nur ein Fakt: Siblin erwähnt, der Katalog zähle ca. 50 Einspielungen der Suiten ein. Ich darf mich glücklich schätzen, ca. 160 Aufnahmen von 130 verschiedenen Interpreten zu besitzen und ich weiss, dass sind längst noch nicht alle. Derzeit sind es - bis auf eine frühe Aufnahme von Anner Bylsma - nur CDs. Die Schallplattenbörsen werden da mit Sicherheit noch die eine oder andere Überraschung bereit halten. Es wurde bereits auf die drei Stränge des Buches hingewiesen: 1. Bach, Leben, Werk und Entstehung und Schicksal der Suiten, 2. Pau Casals, Leben und künstlerisches Werk und 3. Siblin und seine Erfahrungen mit den Suiten. Das ist schon ein beeindruckendes Programm. Problematisch finde ich Siblins einschränkungslose Verehrung für Pablo Casals. Dass dieser ein eher schwieriger Charakter gewesen sein muss, der sich nicht scheute, auf vage Verdächtigungen hin auch schon mal die Karriere einen anderen Cellisten - Gaspard Cassadó - zu ruinieren (nachzulesen in dem Buch von Harald Eggebrecht "Grosse Cellisten" Große Cellisten) wird leider verschwiegen. Im Übrigen zeichnet sich das Buch durch etlich Mängel aus: 1. Siblin ist - ebenso wie ich - weder professioneller Cellist, noch Musikhistoriker, noch -wissenschaftler. Seine Kenntnisse der Barock-Musik sind eher rudimentär. Deshalb bleiben seine Ausführungen zur Aufführungspraxis an der Oberfläche. Da bieten selbst die DVDs mit den Aufnahmen und Kommentaren von Wen-Sinn Yang Bach, Johann Sebastian - 6 Suiten für Solo Cello (Nr. 1- 6) (2 DVDs + 2 CDs / NTSC) mehr an Informationen. Bedauerlich, dass er die nicht zu Rate gezogen hat. 2. Themen, wie Interpretatinsansätze der einzelnen Aufführenden werden nur am Rande angesprochen; im Grunde geht er nicht über das gesammelte Wissen der Booklets hinaus. Gerade das wäre aber äußerst spannend. Wieso etwa gibt es einige Interpreten, die für ihre Auffassung und Spielweise auf eine religiöse Dimension zurückgreifen (Gavril Lipkind und mit Einschränkungen Steven Isserlis), während andere den tänzerischen Charakter betonen, während wieder andere einen fast meditativen Charakter herausheben, wie etwa Enrico Meinardi oder Boris Pergamenschikow. 3. Bedeutende Interpreten der Suiten, wie Enrico Mainardi, Antonio Janigro, Maurice Gendron, Lynn Harrell, Boris Pergamenschikow Bach, J.S.: Cello Suites, Bwv 1007-1012, Daniel Shafran oder André Navarra sucht man vergebens. Von den jüngeren Cellisten, wie Wen-Sinn Yang, Anne Gastinel, Daniel Müller-Schott, Jean-Guihen Queyras J.S. Bach: Complete Cello Suites, Marc Coppey, Heinrich Schiff Cellosuiten 1-6 (Ex Df), Gavril Lipkind ganz zu schweigen. Andere große Cellisten, die sich ihr Leben lang mit den Suiten beschäftigt haben, wie Paul Tortelier - man höre nur seine berührende Aufnahme, die er im Jahre 1990 bereits schwer krank Testament to Bach - The Complete Cello Suite - Paul Tortelier (DVD NTSC) aufgenommen hat, oder selbst ein Cellist vom Format eines Janos Starker, der die Suiten - wie Siblin richtig bemerkt - in seiner Laufbahn fünfmal aufgenommen hat, werden nur am Rande erwähnt. Auch hier finden keine Interperationsvergleiche statt. Die Hörvorschläge sind dann auch äußerst knapp und mangels eines Kommentars nicht nachvollziehbar. 4. Siblin übernimmt etliche Geschichten um J.S. Bach ungeprüft, wie etwa den Vorwurf, er habe sich mit einem seiner Schüler in einen Raufhändel eingelassen oder die Ursprungsgeschichte der Goldbergavariationen. Diese Mythen sind zu Recht in jüngster Zeit in Zweifel gezogen worden. 5. Fast komisch mutet der Fehler an, die Schumann - Bearbeitung der dritten Suiten sei von Peter Bruns in Begleitung eines Pianisten namens Roglit Ishay eingespielt worden. Nun, Roglit Ishay spielt zwar auf der CD das Klavier, ist aber nichts destoweniger eine Frau, was bereits dem Cover unschwer zu entnehmen ist Werke für Cello und Klavier. Nun, halten wir ihm zu Gute, dass es sich möglicherweise um einen Übersetzungsfehler handelt, für den er nichts kann. Dann war aber das Lektorat eher schlampig. Auch seine Auffassung über die Qualität der Schumann-Bearbeitungen kann ich nicht teilen. Als ich dem Booklet entnahm, dass die Bearbeitungen der übrigen Suiten verschollen seien, entrang sich mir ein Stoßseufzer: "Gottseidank !". Ich halte die Bearbeitungen für völlig misslungen. So macht man aus Bach keinen Romantiker. Es fehlt auch der Hinweis, dass Bruns selber die Suiten 1997 für das Label "naive" kongenial eingespielt hat; leieder scheint die Aufnahme selbst vergriffen zu sein. 6. Das Interview mit Mischa Maisky erfolgt tatsächlich im Stil eines Berichtes für eine Pop-Musik-Zeitschrift. Da verbreitet er sich über die Möblierung des Hauses und die Bekleidung des Muiskers, naheliegende Fragen, etwa welche Ausgabe der Suiten Maisky für die Einspielung herangezogen hat werden erst gar nicht gestellt. Mein Fazit: Schade, ein interessantes Thema wurde hier oberflächlich und unzulänglich behandelt. Enthusiasmus, so ehrenwert er auch sein mag, und das Zusammenstellen von Booklet-Texte alleine reichen nun einmal nicht aus, um einem solchen komplexen Werk wie den Cello-Suiten von J.S. Bach gerecht zu werden. Trotz alledem: das Buch ist flott und verständlich geschrieben. Man merkt, dass Siblin ein Profi ist, der sehr gut formulieren und die Spannungsbögen aufrecht erhalten kann. Sieht man über die aufgezeigten Mängel hinweg, die vielleicht auch nicht jeder Leser gleich gewichtet, kann man es durchaus mit Gewinn lesen. Und als Einstieg in dieses doch recht spröde Werk Bachs oder sogar in Bachs Werke insgesamt ist es sehr gut gelungen. Vielleicht ist insoweit eine etwas weniger in die Tiefe gehende Darstellung besser geeignet. Kenntnis-Reich 5 von 5 PunktenDreihundert Seiten quasi an einem Stück lesen, ist immer ein ziemlich sicheres Indiz, dass es sich um ein spannendes Buch handelt. Drei Geschichten erzählt Siblin, eingebaut in die Struktur der sechs Suiten für Solo-Cell0 ( wenn sie denn nicht für ein anderes Instrument geschrieben wurden, was Siblin thematisiert). Kenntnisreich über das Leben von Bach. Was man von Bach wissen kann, wird hier zusammengetragen, einschliesslich eine Kurz-Geschichte über die nachfolgende Generationen, die Söhne,und selbst die Enkel. Da Siblin ausgebildeter Historiker ist, wird auch der historische Kontext des Schaffens von Bach beleuchtet. In knappen Skizzen ensteht ein Eindruck der damaligen Zeit. Ich habe den Teil lieber gelesen als das Buch von Maartent Haart. Kenntnisreich wird das Leben von Pau Casals ausgebreitet.Auch dieses Leben eingeordnet in den historischen Hintergrund. Das bewegende Leben eines Mannes, der in seinem so langen Leben das Maximun erreicht hat, was einem Musiker gelingen kann. Nicht nur als Musiker überwältigend, sondern als Mensch total beeindruckend. Welcher Musiker hatte schon Gelegenheit, 45 Minuten privat mit einem amerikanischen Präsidenten zu verbringen( Kennedy). Bemerkenswert, mit welcher Konsequenz Pau Casals seinen Überzeugungen gefolgt ist, sich nicht durch Vergünstigungen irgendwelcher Art davon hat abbringen lassen. Schliesslich als dritter Strang der eigene Zugang des Autors zu diesem Thema. Seine Recherchen, seine Begegnungen, u.a. mit einem Cellisten, der durch die Zeit des Nationalsozialismus ein sehr bewegendes Leben hatte und den Siblin dann in hohem Alter in Montreal traf. Siblin versteht,packend zu schreiben. Er schont sich selbst nicht, wenn er schreibt, wie er versucht, ohne Notenkenntnisse die Kantate BWV 39 mit zu singen; für eine erfahrenen Chor-Sänger keine sonderliche Herausforderung,aber ohne Kenntnis der Noten fast unüberwindlich. Entsprechend seinem journalistischen Zugang nehmen wir an seinen Recherchen teil, wo denn die Noten dieser Stücke verschollen sein könnte, für wen die fünfte Suite geschrieben wurde,ob die Stücke vielleicht für ein ganz anderes Instrument geschrieben wurden. Betrachtet man die reichen Quellen ab Seite 300, kann man dieser umfassenden Arbeit nur Reverenz erweisen. Das Buch belehrt einen reich und man wird bestens unterhalten. Was kann man mehr wollen ? Ein kleines Anliegen: in einer Neuauflage sollte aus der b-moll Messe wieder die h-moll Messe werden. Das ist nur ein Klick im einer Datei. |
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